27.10.2017 16:13

Ende 2017: Aus für Öfen von vor 1985

Von: Thomas Kuntke

Einzelraum-Feuerstätten für feste Brennstoffe, wie Raumheizer und Kachelöfen mit Heizeinsatz („Kachelofen-Luftheizungen“), welche vor 1985 hergestellt wurden (siehe Datum Typenschild) müssen stillgelegt, nachgerüstet (Filtereinbau) oder ausgetauscht werden – es sei denn, dass die Einhaltung der nunmehr geltenden immissionsschutzrechtlichen Grenzwerte nachgewiesen werden kann.
Bei Nichteinhaltung droht Bußgeld.

Kohle-Raumheizer Fabrikat GOK

Alter (DDR-) Raumheizer für Braunkohlebrikett

 

Die Erste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen – 1. BImSchV) schreibt vor, dass

bis Ende diesen Jahres (31.12.2017)

alle* alten Einzelraumfeuerstätten für feste Brennstoffe, welche vor dem 1. Januar 1985 hergestellt wurden (Datum auf dem Typschild),

mit einer Einrichtung zur Reduzierung der Staubemissionen nach dem Stand der Technik
nachzurüsten oder außer Betrieb zu nehmen sind,

wenn sie den verschärften Anforderungen der 1. BImSchV nicht entsprechen (also über keinen Nachweis, z. B. eine Prüfstandsmessbescheinigung des Herstellers verfügen).

Die betroffenen Feuerstätten sind zum Stichtag bereits über 32 Jahre alt. Damit sind diese Geräte technisch veraltet und werden wohl den heutigen Ansprüchen an Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit nicht mehr gerecht, denn sie verfügen ja nur über eine Verbrennungstechnik aus dem letzten Jahrhundert.

Grundsätzlich besteht jedoch auch die Möglichkeit, dass mittels Messung durch eine Schornsteinfegerin oder einen Schornsteinfeger nachgewiesen wird, dass die (strengen) Grenzwerte eingehalten werden. Allerdings sollte diese Möglichkeit genau bedacht werden, da die quasi „Prüfstandsmessung“ relativ aufwendig ist und letztlich im Vorfeld auch nicht garantiert werden kann, dass das Ergebnis der Messung zufriedenstellend / positiv ist.

*Ausnahmen sind:

nichtgewerblich genutzte Herde und Backöfen mit einer Nennwärmeleistung unter 15 Kilowatt,

offene Kamine,

handwerklich errichtete Grundöfen („der gute alte Kachelofen“),

Einzelraumfeuerungsanlagen in Wohneinheiten, deren Wärmeversorgung ausschließlich über diese Anlagen erfolgt (also dort, wo keine andere Heizung / Heizquelle vorhanden ist), sowie

Einzelraumfeuerungsanlagen die vor dem 1. Januar 1950 hergestellt oder errichtet wurden (historische Öfen)

Eine weitere Ausnahme gilt für Kamineinsätze, Kachelofeneinsätze oder vergleichbare Ofeneinsätze, die (fest) eingemauert sind.

 

Hinweis:

Ob Ihr Ofen betroffen ist teilt Ihnen Ihr Schornsteinfeger mit, bzw. er hat Ihnen dies bereits mitgeteilt. Zu finden ist dies auf der entsprechenden Bescheinigung zum Ofen. Diese wurde im Regelfall zusammen mit der Bescheinigung über Ergebnis der Feuerstättenschau sowie dem Feuerstättenbescheid übergeben.