23.03.2018 16:02

Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks distanziert sich von Focus Online-Beitrag (09.03.2018)

Von: ZIV - Pressemitteilung

Sankt Augustin, 13. März 2018. Das Magazin Focus Online hat am 09.03.2018 einen Bericht mit dem Titel „Gravierende Mängel - Kann tödlich enden: Fast 650.000 Gas- und Ölheizungen droht die Abschaltung“ veröffentlicht, von dem sich der Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks distanziert. Der Beitrag erzeugt ein falsches Bild über den Betriebszustand der Öl- und Gasfeuerstätten in Deutschland und interpretiert die Mängelerhebung des Schornsteinfegerhandwerks in unzulässiger Weise.

Bildrechte: ZIV

Bei den im Beitrag des Magazins Focus Online vom 09.03.2018 angesprochenen Mängeln an 650.000 Gas- und Ölheizungen handelt es sich, wie in der jährlich vom Schornsteinfegerhandwerk veröffentlichten Broschüre „Erhebungen des Schornsteinfegerhandwerks“ beschrieben, um reine bauliche Mängel, die von den Schornsteinfegern im Zuge der Kehr- und Überprüfungsarbeiten und Abnahmetätigkeiten festgestellt wurden. Unter diese baulichen Mängel fallen fehlerhafte Montagen ebenso wie Mängel durch Alterung und Verschleiß. Diese Mängel wurden dem Betreiber mitgeteilt und wurden anschließend vom Fachhandwerk abgestellt. Ein Bußgeld droht zu dieser Zeit in keinem Fall und würde von der Ordnungsbehörde nur in letzter Konsequenz bei Nichtabstellen
der festgestellten Mängel zur Durchsetzung des Baurechts angedroht.
Neben den baulichen Mängeln weist das Schornsteinfegerhandwerk in den Erhebungen auch Grenzwertüberschreitungen bzgl. der immissionsschutzrechtlichen Vorgaben (1. BImSchV) aus, die auch als „Mangel“ angesehen werden können. Die Mängelerfassung insgesamt aber hat mit der Energieeinsparverordnung nichts zu tun.

Es ist richtig, dass über 70 Prozent der Heizungsanlagen in Deutschland veraltet sind. Diese Aussage bezieht sich auf die Energieeffizienz der Anlagen, die mit ihren Wirkungsgraden weit unter dem aktuellen Stand der Technik liegen. Eine schlechte Energieeffizienz hat allerdings mit Brand- und Betriebssicherheit der Feuerstätte nichts zu tun.

Auch der Brückenschlag des Focus zu Kohlenmonoxid-Unfällen in Zusammenhang mit häuslichen Feuerstätten ist unzulässig. Das Schornsteinfegerhandwerk führt zur Überwachung der Kohlenmonoxidgehalte (CO) im Abgas entsprechende Messungen an Gasfeuerstätten durch, die in den „Erhebungen des Schornsteinfegerhandwerks“ gesondert ausgewiesen werden. Danach wurde 2016 bei 191.900 Gasfeuerstätten ein Kohlenmonoxidgehalt von 500 bis 1000 ppm im Abgas festgestellt, der zu einer Wartungsempfehlung durch den Schornsteinfeger führte. Bei 137.000 Anlagen wurde ein CO-Wert von über 1000 ppm festgestellt, so dass diese Gasfeuerstätten zwingend gewartet werden mussten. Bei den Ölfeuerungsanlagen, bei denen CO auf Basis der 1.  BImSchV gemessen wird, lagen 13.200 Anlagen über einem Wert von 1.300 mg/kWh. Für einen lebensbedrohlichen Zustand (CO-Vergiftung) müssen neben hohen Kohlenmonoxidgehalten im Abgas weitere Umstände hinzukommen, die zu einem Abgasaustritt in Aufenthaltsräume führen. Die vom Focus inszenierte Todesgefahr bei Öl- und Gasfeuerstätten stellt sich gemäß des Zahlenwerkes des Schornsteinfegerhandwerks, das dem Focus zur Berichterstattung zugestellt wurde, so in der Realität nicht dar.

Wenn die Kunden ihre Feuerstätte turnusmäßig vom Schornsteinfeger überprüfen lassen und in regelmäßigen Abständen einer Wartung durch das Fachhandwerk unterziehen, kann davon ausgegangen werden, dass dadurch ein hohes Maß an Betriebs- und Brandsicherheit gewährleistet wird.

Mehr Informationen zum Handwerk unter www.schornsteinfeger.de.