01.12.2014 10:00

Neue Grenzwerte für Festbrennstoff-Feuerstätten ab 1. Januar 2015:

Von: Thomas Kuntke

Für viele bestehende und für fast alle neuen Festbrennstoff-Feuerstätten bringt das Jahr 2015 wesentliche Neuerungen hinsichtlich des weiteren Betriebs / der Einhaltung gesetzlicher Vorgaben zum Immissionsschutz. So laufen die ersten Übergangsfristen für alte Feuerstätten aus und für viele neue Feuerstätten greift nunmehr die Stufe 2 gem. den Regelungen der VO über kleine und mittlere Feuerungsanlagen – 1.BImSchV. *


(Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.)

1. Alte Öfen (Baujahr vor 1975)

Alte Öfen, welche bis einschließlich 31.12.1974 errichtet bzw. in Verkehr gebracht wurden oder bei denen das Datum nicht mehr feststellbar ist, dürfen nur weiter betrieben werden, wenn nachgewiesen werden konnte, dass die Grenzwerte für Staub (0,15 g/m³) und Kohlenstoffmonoxid (4 g/m³) eingehalten sind oder eine zugelassene/geeignete Einrichtung zur Reduzierung der Staubemissionen (Filter) nachgerüstet wurde.

Ausnahmen (quasi Bestandsschutz) gibt es für:

      privat genutzte Herde und Backöfen mit einer Nennwärmeleistung unter 15 kW

      offene Kamine, Badeöfen, Grundöfen (Kachelöfen)

      Einzelraumfeuerungsanlagen in Wohneinheiten, deren Wärmeversorgung ausschließlich über diese Anlagen erfolgt

      Kamine und Öfen, die vor 1950 errichtet wurden (historische Feuerstätten)

2. Neue Öfen - Grundöfen 

Neue zu errichtende Grundöfen sind mit einer zugelassenen/geeigneten Einrichtung zur Reduzierung der Staubemissionen (Filter) auszustatten oder mit einem typgeprüften, vorgefertigten Feuerraum, welcher die geltenden Grenzwert-Vorgaben erfüllt (Staub: 0,04 g/m³ und CO: 1,25 g/m³). Alternativ kann die Einhaltung der Grenzwerte auch durch eine „Abnahme-Messung“ des Schornsteinfegers nachgewiesen werden. 

3. Neue Öfen – Kaminöfen & Co.

Neue Raumheizer, Kaminöfen, Kamineinsätze/-kassetten, Kachelofeneinsätze, Herde und Pelletöfen müssen nunmehr die Grenzwerte der Stufe 2 erfüllen (Staub: 0,04 g/m³ und CO: 1,25 g/m³ bzw. Herde 1,50 g/m³).

Feuerstätten die schlechtere Grenzwerte haben (z. B. nur die Stufe 1 erfüllen) dürfen nicht mehr errichtet/eingebaut werden.

4. Alte Heizung (Baujahr vor 1995)

Alte Heizungen ab 4 kW Nennwärmeleistung (z. B. Heizungen aus DDR-Zeiten wie die Forster-Heizkessel P 5 kW, P 9 kW, P 14 kW…, die GK- und K-Serien jedoch auch Festbrennstoff-Heizkessel die im Zeitraum ab 03.10.1990 bis Ende 1994 errichtet wurden), müssen nunmehr die Grenzwerte der Stufe 1 einhalten (in Abhängigkeit vom Brennstoff und der Nennwärmeleistung gilt für Staub: 0,06 g/m³ bis 0,10 g/m³ und für CO: 0,3 g/m³ bis 1,0 g/m³). Die Feststellung der Einhaltung der Grenzwerte erfolgt mittels Messung des Schornsteinfegers (aller zwei Jahre).

5. Neue Heizungen (außer für Scheitholz)**

Neu zu errichtende Heizkessel für die Festbrennstoffe ab 4 kW Nennwärmeleistung, außer Heizkessel für den Brennstoff Scheitholz (Brennstoff Nr. 4 gem. § 3 Absatz 1 der 1.BImSchV), müssen nunmehr die Grenzwerte der Stufe 2 einhalten (in Abhängigkeit vom Brennstoff und der Nennwärmeleistung gilt für Staub: 0,06 g/m³ bis 0,10 g/m³ und für CO: 0,3 g/m³ bis 1,0 g/m³). Die Feststellung der Einhaltung der Grenzwerte erfolgt mittels Messung des Schornsteinfegers (aller zwei Jahre).

 


*Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen - 1.BImSchV vom 26. Januar 2010 (BGBl. I S. 38)

** Die Stufe 2 gilt bei Scheitholz-Heizkessel erst für Anlagen die ab 2017 errichtet werden.